Welpen- / Junghundegruppe

Jeden Mittwoch — 16 Uhr bis 18 Uhr–

treffen wir uns mit Welpen ( ab 8-10te Woche ) und Junghunden (bis 14 Monate ) zu einer Spiel- und Lerneinheit.

Spiel ist nicht leicht zu definieren. Der Versuch einer funktionellen Erklärung ist problematisch,

da es nicht offensichtlich ist, dass Spielverhalten irgendeiner besonderen Funktion dient, weder

zu dem Zeitpunkt an dem es gezeigt wird noch im späteren Leben.

Marc Bekoff, 1998

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Ziel:

Bewegungstraining und Entwicklung sozialer Fähigkeiten bei juvenilen und adulten Hunden

Vor allem die Förderung der Entwicklung von Jungtieren durch das Spiel steht hier im Vordergrund. Juvenile Tiere trainieren und entwickeln sowohl körperliche als auch kognitive und soziale Fähigkeiten während des Spielens. Gerade das Sozialverhalten bedarf des Sozialspiels und des Kommunikationslernens, wenn Mimik, Gestik und Rituale geübt und soziale Rollen gelernt werden. Außerdem reduziert Spiel die Angst, fördert Explorationsverhalten und Lernen, und ermöglicht dadurch eine bessere Umweltkontrolle.

— Entsprechend unserer technischen Möglichkeiten werden wir Aufnahmen machen und diese in einer gesonderten Veranstaltung mit allen Interessierten beurteilen und auswerten. D.h. Fotos und Videos werden erstellt, bei Teilnahme wird dem zugestimmt. —

Warum spielen Tiere?

Viele Biologen stellen in ihrer Definition vom Spielverhalten dieses als einen Kontrapunkt dem Ernstverhalten gegenüber. Ältere Theorien besagen, dass Spiel ein Luxus ohne biologische Funktion sei. Doch diese Annahme konnten Evolutionsbiologen nicht stützen, wenn sie beispielsweise beobachteten, dass die Todesursache junger Pelzseehunde zu achtzig Prozent darin liegt, dass sie während ihrer Spiele feindliche Räuber nicht rechtzeitig wahrnehmen. Ein weiterer Aspekt der gegen die Theorie vom Luxus spricht ist der hohe Energieverbrauch beim Spiel. Spielende Jungtiere verbrauchen beim Herumtollen zwei bis drei Prozent ihres Energiehaushalts, und von Menschenkindern wird für das Spielen sogar bis zu fünfzehn Prozent ihres gesamten Energieverbrauchs aufgewendet. Doch trotz des hohen Energieaufwands und der gesteigerten Gefährdung während des Spielens hat sich dieses Verhalten durchgesetzt und bildet gerade bei den höchststehenden Tieren den wesentlichen Inhalt einer ganzen Entwicklungsphase. Es muss also Vorteile des Spielverhaltens geben, die diese Nachteile überwiegen. Mittlerweile konnte mehrfach nachgewiesen werden, dass das Spiel von Jungtieren entwicklungsfördernde Wirkungen hat. Vor allem soziale Spezies spielen ausgeprägt und lange. Das Spielverhalten hat sowohl eine unmittelbare Wirkung für den heranwachsenden Organismus wie auch eine längerfristige Bedeutung für das adulte Tier. Spiel fördert die motorische, kognitive und soziale Entwicklung, indem es z. B. genutzt wird, um Strategien sozialer Interaktionen zu lernen. Spiel ist eine flüchtige Erscheinung und die Übergänge zwischen Spiel und Nicht-Spiel sind fließend. Daher ist das Spielverhalten schwierig zu untersuchen und nicht so gut zu erfassen wie andere Verhaltensweisen. Es tritt bei den meisten Tieren normalerweise zu einer bestimmten Tageszeit auf und ist durch eine hohe Funktionslust gekennzeichnet. Zusätzlich zum Juvenilspiel gibt es bei vielen Säugetieren Spielformen, die auch nach der Geschlechtsreife fortbestehen (spielähnliches Verhalten). Bei der Untersuchung des Spielverhaltens ist also eine Unterscheidung zwischen dem Spiel von Jungtieren und dem Spiel adulter Tiere notwendig. Es wird immer eindeutiger, dass ein genaues Verstehen des Spiels eine tiefe Einsicht in andere Aspekte des Verhaltens und der Verhaltensökologie erlaubt. Vor allem folgende Fragen beschäftigen die Evolutionsbiologen: – Was sind die typischen altersabhängigen Spielphasen? – Welche Vorteile überwiegen die Energie- und Risiko-Kosten des Spiels? – Welche Mechanismen erzeugen Spiel und erhalten es?

Quelle: Canis – Zentrum für Kynologie

Welpen- / Junghundegruppe 09.03.2016 – der Film